© Diakonie Wolfsburg/Bettina Enßlen
Ausstellungen in zwei Senioreneinrichtungen eröffnet

Kunst schafft Raum für Begegnung

Zwei Kunstausstellungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch vieles eint: Sie schaffen Raum für Begegnung und Vernetzung. Sie eröffnen Seniorinnen und Senioren Raum zum Ausdrücken ihrer Gefühls- und Erfahrungswelten. Sie schaffen (neue) Verbindungen. Kunst als  Brücke zwischen Menschen, Generationen und Lebenswelten - das fügt sich bestens ein in das Bild, für das die Diakonie Wolfsburg steht. Die zwei neuen Kunstausstellungen in der Senioren-Residenz Hasselbachtal und im Senioren- und Begegnungszentrum Bertha-von Suttner haben Einblicke eröffnet, Teilhabemöglichkeiten geschaffen und viele Besucherinnen und Besucher angezogen.

Die Ausstellung in der Senioren-Residenz Hasselbachtal im Walter-Flex-Weg 4 in Wolfsburg ist noch bis zum 22. Januar 2027 zu sehen. Hier präsentiert Antonino Spirello in Zusammenarbeit mit dem Wolfsburger Kunstverein CREARTE e.V. seine farbintensiven und fröhlichen Werke. Es ist die erste große Einzelausstellung des 78-jährigen gebürtigen Sizilaners. Spirello lebt seit 1971 in Deutschland, wie Laudatorin Paola Massei, stellv. Vorsitzende von CREARTE, bei der Vernissage im Hasselbachtal erzählte. Sie zeichnete das Bild eines (Künstler-)Lebens, dessen roter Faden sich duch Farben, Kreativität und tiefe Menschlichkeit auszeichnet, das geprägt ist durch die Auseinandersetzung mit dem Zuhause und der Heimat. "Der Weg zur Kunst war für Spirello kein geradliniger, sondern ein Weg der Begegnungen und Entdeckungen", so Massei. Bei der Vernissage stand Spirello freundlich lächelnd in der Menge der Besucher, unter ihnen auch seine Familie und Weggefährten. Er ließ sich mit seiner Kunst fotografieren, unterhielt sich mit Gästen, bedankte sich fürs Interesse und strahlte dabei große Bescheidenheit aus. Währendessen war Moritz Linnemann, Einrichtungsleitung der Senioren-Residenz-Hasselbachtal, mit Besucherinnen im Gespräch, um ein Mitmach-Kunstprojekt für die Menschen vor Ort zu initiieren.

So ein Projekt gibt es nun seit mehr als einem Jahr in Ehmen im Senioren- und Begegnungszentrum Bertha-von-Suttner. Hier war es Kirstn Berndt, die eines Tages an die Tür klopfte und sich vorstellte mit ihrer Idee, mit pflegebedürftigen Personen Kunst schaffen zu wollen. Die im Laufe der zurückliegenden Monate entstandenen Kunstwerke von Menschen im Alter zwischen 80 und rund 100 Jahren wurden jetzt erstmals und einmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung "Wasserwelten" zeigte, wozu Kunst fähig ist, wenn jemand die Tür öffnet und ein Angebot macht, Ängste nimmt und Selbstvertrauen fördert. Viele Bewohnende, Angehörige und Menschen aus der Umgebung lockte diese Ausstellung an. Sie ließen sich berühren von dem Mut, der Ausdruckskraft und dem Schaffen der Seniorinnen und Senioren, die überwiegend zum ersten Mal in ihrem (langen) Leben künstlerisch tätig geworden sind. 

Liebevoll zusammengestellt und ausgestellt worden waren die Werke von Kirsten Berndt in Zusammenarbeit mit Christian Fillias, Leitung der sozialen Betreuung vor Ort, und Ariana Dietze, der Ehrenamtskoprdinatorin der Diakonie Wolfsburg. Sie hatten das Café Kerksiek in einen Kunstraum verwandelt, die Kunstwerke thematisch sortiert, an der Decke befestigt, auf Tischen ausgebreitet und im besten Sinne "in Szene gesetzt". Die Besucher waren begeistert und die Künstler sichtlich berührt und stolz. Zum Anstoßen gab es ein Glas Sekt und für Gesprächsanlässe war ausreichend gesorgt. Fast schade, dass diese Ausstellung zugunsten eines ungestörten Cafébetriebs am nächsten Tag direkt am Abend wieder abgebaut werden musste. Aber alle waren sich einig, dass es nicht bei dieser Einzelaktion bleiben soll. Das Kunstprojekt geht weiter. Und damit auch die Idee, den Seniorinnen und Senioren einen Raum zum Ab- und Eintauchen in ihre Gefühls- und Lebenswelten zu bieten und diesen Raum zu teilen.

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