Geschichte der Diakonie Wolfsburg

Am 23. März 1945 hielt in der damaligen "Stadt des KdF-Wagens" ein Zug mit neun Waggons, in denen die Bewohner eines Altenheims und ihre Betreuerinnen saßen, Diakonieschwestern der Kückenmühler Anstalten der Inneren Mission aus Stettin. Irgendjemand hatte gemeint, dass es in dieser Stadt viele leer stehende Baracken gäbe. So kam die junge Stadt zu ihrem ersten Altenheim und die organisierte Diakonie nach Wolfsburg.
 

© Diakonie Wolfsburg

Der Gründer der "Inneren Mission" in Wolfsburg war dann ein paar Jahre später Pastor Erich Bammel. Als junger Pastor kam er 28-jährig 1942 nach Wolfsburg, nachdem er durch eine Verwundung kriegsdienst-untauglich geworden war. Unter schwierigen Bedingungen hielt er in Wolfsburg das kirchliche Leben aufrecht. Seine große Zeit kam in den Jahren nach dem Krieg, als es galt, die Volkswagenstadt auf- und auszubauen.

Seiner Energie ist es zu verdanken, dass eine ganze Reihe von Kirchengebäuden in schneller Folge hintereinander in Wolfsburg entstand, angefangen mit der Christuskirche 1951. Sehr bald traten bei ihm auch die sozialen Probleme der jungen Stadt in den Blick. 1955 begründete er mit einigen anderen den Verein für Innere Mission Wolfsburg, den heutigen Diakonisches Werk Wolfsburg e.V. Er wurde dessen Vorsitzender und blieb dies bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1976.

Pastor Bammel setzte sich aber nicht nur mit ganzer Kraft für den äußeren Ausbau des Kirchenwesens und der Diakonie in Wolfsburg und darüber hinaus ein, er war auch mit Leib und Seele Pastor, geschätzter Prediger und Seelsorger. Seinen Ruhestand verbrachte er in Göttingen und Koblenz und starb am 28. September 1985. Seine letzte Ruhestätte hat er auf dem Wolfsburger Waldfriedhof.

Pastor Erich Bammel

© Diakonie Wolfsburg

Nachdem in der Vergangenheit immer wieder mal die Rolle und das Wirken Erich Bammels in den Kriegs- und Nachkriegsjahren zum Gegenstand von Diskussionen und Mutmaßungen wurde, haben wir uns intensiv und kritisch mit der Geschichte unseres Unternehmens auseinandergesetzt und im Jahr 2018 eine wissenschaftliche Untersuchung der Person unseres Gründervaters und der Anfänge unseres Unternehmens beim Diakoniewissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg in Auftrag gegeben.

Lesen Sie hier den

vollständigen Forschungsbericht

 

 

 

Entwicklung im Überblick

  • 1957 Emmaus-Heim
  • 1960 Michaelis-Heim Brome
  • 1961 Altenpflegeschule
  • 1966 Diakonie-Sozialstation Wolfsburg-Mitte
  • 1967 Diakonie-Hochhaus
  • 1967 Kinderdorf
  • 1968 Diakonie-Kindertagesstätte
  • 1973 Haus Feierabend Bad Sachsa
  • 1976 Spätaussiedlerhilfe
  • 1977 Hanns-Lilje-Heim
  • 1977 Suchthilfe
  • 1980 Evangelische Krankenhaushilfe
  • 1997 Senioren-Residenz Hasselbachtal
  • 1998 Altenpflegeheim Dr.-Kurt-Reuber in Oebisfelde
  • 2008 Seniorenzentrum St. Marien
  • 2009 Seniorenzentrum Katharina-von-Bora in Niedersachswerfen
  • 2010 Tagespflege Hanns-Lilje
  • 2013 Seniorenzentrum St. Elisabeth
  • 2013 Seniorenzentrum Johannes Paul II
  • 2016 Senioren- und Begegnungszentrum Bertha-von-Suttner
  • 2019 Seniorenzentrum St. Elisabeth neu