Geschichten teilen, Tee trinken, einander näherkommen
Eine Tasse Tee kann der Anfang einer besonderen Begegnung sein: Beim ersten Erzählcafé der Diakonie Wolfsburg kamen im Emmaus-Heim pflegebedürftige Menschen und junge Pflege-Aszubildende aus dem Ausland miteinander ins Gespräch. Eine marokkanische Teezermonie bot den Rahmen, um Geschichten zu teilen, einander kennenzulernen und Verbindungn über Generationen und Kulturen hinweg zu knüpfen. Mohamed El Jaouhari, Integrationsbeauftragter der Diakonie Wolfsburg, hatte zusammen mit einem Team aus jungen Pflegefachkräften und Auszubildenden im Wichernsaal Café-Atmosphäre geschaffen und mit vielen Deko-Elementen, frischr Minze, original Tee-Kannen und Gläsern, typischem Gebäck und Wandbehängen aufwändig vorbereitet.
An den Tischen nahmen Seniorinnen und Senioren, Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens und junge Auszubildende und Fachkräfte Platz. El Jaouhari erzählte von der Gastfreundschaft in Marokko, der Tee-Zubereitung, dem Gebrauch von Zucker und dem Einsatz frischer Minze. Ein paar Minz-Blätter reichte er herum und wer wollte, konnte riechen und fühlen und im Anschluss den Tee kosten, den Auszubildende an den Tischen servierten. "In Marokko müssen sich Gäste nicht selbst bedienen. Sie werden bedient. Und das machen wir heute hier auch so", verdeutlichte El Jaouhari, der mit dem neuen Veranstaltungsangebot einen Raum für Begegnung schaffen möchte. Jung und Alt, Menschen verschiedener Kulturen und Lebensgeschichten sollen sich austauschen können und mögliche Vorurteile abbauen. Einmal pro Monat und an unterschiedlichen Orten wird das Erzählcafé stattfinden.
Die Premiere im Emmaus-Heim war ein guter Auftakt. Am Veranstaltungsformat wird noch weiter gefeilt, damit der Austausch noch besser in Gang kommt. Wenn aus anfänglicher Zurückhaltung ein offenes Gespräch entsteht, wenn Menschen einander zuhören und Gemeinsamkeiten entdecken, dann hat das Erzählcafé sein Ziel erreicht. Mehr als 30 Prozent der Mitarbeitenden der Diakonie Wolfsburg haben eine Zuwanderungsgeschichte. Sie bringen unterschiedliche Sprachen, Erfahrungen und Lebensgeschichten mit. Gerade in der Pflege, in der Vertrauen und Nähe so wichtig sind, zählt es, einander zu verstehen und zu verstehen. Dafür schafft das Erzählcafé Raum. Und wenn dann Auszubildende etwas Persönliches von sich preisgeben, was die Neugier anderer wekct, dann entsteht gemeinsames Erleben - wie im Fall der jungen Auszubildenden, die beim ersten Erzählcafé Henna-Tatoos angeboten hatte und beim freihändigen Verzieren von Händen Hände ungezwungen ins Gespräch kam mit Seniorinnen.