© Diakonie Wolfsburg/Bettina Enßlen
Eine Aktionswoche getragen von christlicher Nächstenliebe

Stadtlichter sorgen für Glücksmomente in Pflegeheimen der Diakonie Wolfsburg

Anderen ein Licht sein oder andere ins Licht stellen – das ist die Vision der Stadtlichter Wolfsburg. Hinter den Stadtlichtern steckt ein gemeinnütziger Verein und ein Netzwerk engagierter Christen aus verschiedenen Gemeinden der Evangelischen Allianz Wolfsburg. Neben regelmäßigen Einzelaktionen in sozialen Einrichtungen organisieren die Stadtlichter eine große Aktionswoche pro Jahr.

Die diesejährige Stadtlichter-Aktionswoche bescherte Bewohnerinnen und Bewohnern des Emmaus-Heims und des Senioren- und Begegnungszentrums Bertha-von-Suttner Lichtblicke und Glücksmomente - bei Schnitzeljagd, Sinnesspaziergang und Spieleabend kam es zu Begegnungen auf Augenhöhe, zu Gesprächen über Gott und die Welt und zu Erlebnissen, die im Pflegeheim-Alltag nicht allzu oft vorkommen. Die Stadtlichter sorgten für eine 1:1-Betreuung bei den Rollstuhl-Ausflügen und Spieleangeboten.

Im Senioren- und Begegnungszentrum Bertha-von-Suttner lernten die Bewohnerinnen und Bewohner die Stadtlichter zunächst bei einer kleinen Vorstellungsrunde kennen, bevor es dann zum Sinnesspaziergang ins nahe gelegene Grüne Klassenzimmer ging. Dort wurden Rollstühle über die Wege geschoben, Wildkräuter und Blumen gemeinsam betrachtet, ertastet und erraten. Vor allem aber sorgte die große Gruppe mit 15 Rollstühlen und 21 Ehrenamtlichen für Aufmerksamkeit. Andere Besucherinnen und Besucher des Grünen Klassenzimmers blieben stehen, schauten neugierig und kamen mit der Gruppe ins Gespräch.

Christian Fillias, Ergotherapeut der Einrichtung, lächelt dabei zufrieden: „Genau so soll es sein. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sichtbar zu machen und Leben im Alter mitten in die Gesellschaft zu bringen.“

Auch im Emmaus-Heim standen Begegnungen im Mittelpunkt. Beim gemeinsamen Spaziergang wurde gerätselt, gelacht und über Themen von damals und heute gesprochen. Beim gemeinsamen Abendtreff zwei Tage nach dem Spaziergang ins Hasselbachtal wurde an die gute Stimmung des Ausflugs angeknüpft. Elf Stadtlichter verbrachten den Abend gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie brachten selbstgebackene Pizzaschnecken und Kuchen mit und sorgten für eine herzliche Atmosphäre. „Der Apfelkuchen schmeckt wie von meiner Oma“, sagt eine Bewohnerin zufrieden.

An den Tischen wurde erzählt, gelacht und gespielt. Während an einer Ecke von einem Heimbeiratsmitglied Lebenstipps an eine Teenagerin verteilt wurden, erklang am Nachbartisch immer wieder: „A … Stopp! H!“ – dort lief eine lebhafte Runde des Spieleklassikers "Stadt, Land, Fluss". Zwischendurch war ein anerkennendes „Sie haben aber eine schöne Schrift!“ zu hören, bevor die nächste Runde begann.

Eine Bewohnerin, die nur Russisch spricht, konnte überredet werden, am Spieleabend teilzunehmen. Obwohl die fehlende gemeinsame Sprachebene ihrer Teilhabe im Pflegeheim-Alltag immer wieder Grenzen setzt, entstanden hier Momente echter Verbundenheit. Ein Stadtlicht konnte Russisch sprechen und schenkte der Seniorin volle Aufmerksamkeit. Als die Bewohnerin später auf ihr Zimmer begleitet wurde, sagte sie immer wieder: „Как чудесно!“ – „Wie schön!“

Genau solche Momente zeigen, worum es bei den Stadtlichtern geht: Menschen Zeit zu schenken, Begegnungen zu ermöglichen und füreinander ein Licht zu sein. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner waren diese Tage ein Zeichen dafür, gesehen zu werden und Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein - und nicht nur für die Bewohnenden, auch die Teams wurden "ins Licht gestellt". Die Stadtlichter hatten Geschenkekörbe vorbereitet, sich an den drei Tagen Pflegekräften in die Hand drückten und so deutlich machten, dass sie ihren Einsatz wertschätzen. Herzlichen Dank dafür.

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