Eine Schifffahrt mit Hindernissen und ganz viel guter Laune
Manchmal läuft nicht alles nach Plan. Und manchmal entstehen genau daraus die Geschichten, über die noch lange geschmunzelt werden kann. Eine Tagesfahrt des Begegnungszentrums Mittendrin nach Magdeburg begann bereits vier Tage vor der Abreise mit einer Planänderung: Wegen des Niedrigwassers der Elbe musste die ursprünglich geplante Schifffahrt kurzfristig angepasst werden. Statt der vierstündigen Tour zum Schiffshebewerk wurde eine dreistündige Fahrt ab Magdeburg-Rothensee organisiert – inklusive Kanalbrücke, Schleusung und einer Fahrt über den Elbe-Havel-Kanal bis zum Niegripper See und zurück.
Um die durch den geänderten Reiseablauf gewonnene Zeit sinnvoll zu gestalten, wurde auf dem Hinweg ein Besuch der Gedenkstätte Marienborn eingeplant. Die ehemalige innerdeutsche Grenzübergangsstelle war einst der größte Grenzübergang zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Doch kaum hatte die Führung begonnen, kam nach zehn Minuten die nächste Überraschung: Der Busfahrer meldete eine Sperrung der A2. Um das Schiff noch erreichen zu können, wurde die Führung schweren Herzens abgebrochen und alle machten sich wieder auf den Weg.
Was nun folgte, hätte die Stimmung kippen lassen können – tat sie aber nicht. Stattdessen wurde im Bus gesungen, gelacht und mit jeder Menge Motivationsliedern die Zeit überbrückt. Der Bus erreichte Magdeburg-Rothensee rechtzeitig vor der Abfahrt des Schiffes. Doch auch dort wartete noch eine letzte Hürde. Die Beschilderung ließ vermuten, dass der Bus den Anleger nicht anfahren durfte und ein rund 15-minütiger Fußweg, inklusive einer Steigung, zu bewältigen sei. Gerade für einige Teilnehmende, die auf einen Rollator angewiesen waren, schien das kaum machbar.
Jetzt war voller Einsatz gefragt: Reiseleiterin Manuela Abee sprintete den Weg hinauf, und stellte oben angekommen fest, dass Busse den Anleger doch anfahren können. Ein kurzer Anruf beim Busfahrer – und wenige Minuten später konnten auch die letzten Fahrgäste bequem bis zum Schiff gebracht werden. Als schließlich alle an Bord waren und das Schiff ablegte, war die Erleichterung groß – und die Freude noch viel größer. Die schöne Schifffahrt mit der Passage über die imposante Trogbrücke und der Schleusung entschädigte für alle vorherigen Aufregungen.
Besonders beeindruckend war jedoch die Stimmung in der Gruppe. Die Teilnehmenden nahmen jede unerwartete Wendung mit bemerkenswerter Gelassenheit, viel Humor und einem herzlichen Lächeln hin. Statt sich über das zu ärgern, was nicht geklappt hat, freuten sie sich über das, was möglich gemacht wurde. So wurde aus einer Fahrt mit einigen Hindernissen am Ende eine Tour voller schöner Erlebnisse, gemeinsamer Lacher und kleiner Geschichten, die noch lange erzählt werden können. Manchmal sind es eben nicht die perfekt geplanten Ausflüge, die in Erinnerung bleiben – sondern die, bei denen alle gemeinsam das Beste aus jeder Situation machen.