© Diakonie Wolfsburg/Bettina Enßlen
"Immergrün" - die neue Kunstausstellung in der Senioren-Residenz Hasselbachtal

Angelika Flaig lässt Farben, Worte, Gedanken und Töne tanzen

Grün. Eine Farbe, ein Gedankenspiel, eine Erinnerung, und vor allem Kunst. Kunst, die einlädt zur Freiheit.

Am Donnerstag, 12. Februar, wurde in der Senioren-Residenz die neue Kunstausstellung mit Werken von Angelika Flaig eröffnet. Für diese Ausstellung hat die Künstlerin in ihrer Werkauswahl den Schwerpunkt auf die Farbe Grün gelegt. Die Kiste mit den grünen Druckfarben hat sie beim Ausräumen des Ateliers einer verstorbenen Kunst-Freundin geborgen. Und so steckt in den ausgestellten Drucken auch die Auseinandersetzung mit Erinnerungen und Verabeitungsprozessen. Doch mit verschiedenen Drucktechniken ist Neues entstanden, großformatige Unikat-Druckgrafiken-Zyklen. Angelika Flaig erschafft "Bildräume" oder auch "Farbklänge", wie sie selbst ihre Kunst bezeichnet. 

Paola Massei, die stellv. Vorsitzende des Wolfsburger Kunstvereins CREARTE, führte ein in das Werk ihrer langjährigen Kunstfreundin. Sie verdeutlichte auch, warum der Kunstverein seit rund acht Jahren immer wieder Künstler mit ihrem Werk an die Senioren-Residenz Hasselbachtal vermittelt: "Wir möchten den Künstlern die Möglichkeit geben, sich zu zeigen, und das Sprektrum für die Menschen im Haus erweitern." 

Mit einer eindrucksvollen Literatur- und Musik-Performance erweiterte Angelika Flaig in der Eröffnungs-Veranstaltung den Horizont aller Anwesenden. Was auf der Einladungskarte schlicht mit "grünlich" umschrieben war, entpuppte sich als Einladung zum Spiel mit Worten, Tönen und Geräuschen. Erstmals übernahm die Künstlerin selbst den Part der Sprecherin, bislang hatte sie dafür meist Schauspieler engagiert. Der Wolfsburger Zwölftklässler und Jugend-musiziert-Landespreisträger, Theofil Ratmann, performte dazu auf seiner Trompete. So wurde aus Worten mit Gedichten von Theodor Storm und Wolf von Aichelburg und einer erstaunlich großen und vielseitigen Sammlung von Bezeichnungen für die Farbe Grün, Tönen und Bildern ein Gesamtkunstwerk. 

"Meine Kunst soll anregen zu Gesprächen. Sie muss nicht jedem gefallen. Aber jeder darf sich beim Betrachten was zusammenreimen", so Angelika Flaig frei nach dem Schiller-Zitat: Die Kunst ist die Tochter der Freiheit. Bei der Führung der Künstlerin vorbei an allen ausgestellten Werken gab es viele Fragen, angeregte Gespräche und Unterhaltungen.

Angelika Flaig ist 1950 in Schramberg im Schwarzwald geboren und lebt seit 2015 in Oebsifelde-Bösdorf. Sie studierte Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Grafik, Installation und Performance sind ihre Ausdrucksmittel. Ihre besondere Beziehung zur neuen Musik beeinflussen ihre künstlerische Arbeit.

Die Bilder sind noch bis zum 27. April in der Senioren-Residenz Hasselbachtal im Walter-Flex-Weg 4 in Wolfsburg zu sehen.

 

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