Sprachgenie mit Faible für Zahlen

30. Mai 2022

    Majdi Ben Hassen studiert an der Ostfalia Hochschule in Wolfsburg BWL. Drei Monate absolvierte er im Controlling der Diakonie Wolfsburg ein Praktikum.

    © Diakonie Wolfsburg/Martina Ziegler

    Sie sind Tunesier. Was war der Grund, für ein Studium so weit weg zu ziehen? Und wie sind Sie auf Wolfsburg gekommen?
    Deutsche Universitäten und Fachhochschulen genießen in Tunesien einen sehr guten Ruf. Mit einem Abschluss an der Ostfalia lege ich eine hervorragende Basis für meine berufliche Karriere. Ich habe mich an insgesamt fünf Unis beworben und auch fünf Zusagen erhalten. Für Wolfsburg habe ich mich entschieden, weil in der Region Bekannte und Verwandte von mir leben und so das Ankommen leichter war.

    Das Studium ist ausschließlich auf Deutsch. Haben Sie vorher schon Deutsch gesprochen?
    Vor dem Studium habe ich an der Braunschweiger Universität einen Sprachkurs absolviert, um das für das Studium notwendige Zertifikat zu erhalten. Ich habe innerhalb eines Jahres Deutsch gelernt. Ich spreche mehrere Sprachen - Arabisch, Französisch, Deutsch und ein bisschen Spanisch. Deutsch war tatsächlich für mich, am schwierigsten zu lernen.

    BWL ist ein vielseitiges Studium und bietet unzählige Einsatzbereiche. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, bei der Diakonie ein Praktikum im Controlling zu absolvieren?
    Eigentlich wollte ich einem Freund dabei helfen, sich für eine Stelle in der Zentralwäscherei zu bewerben. Er hat kaum PC-Kenntnisse und ich habe ihm geholfen, die Bewerbung zu schreiben. Dabei bin ich im Stellenportal zufällig auf die Möglichkeit gestoßen, ein Praktikum im Controlling zu absolvieren. Ich habe zur Vorbereitung gefühlt einen ganzen Tag auf der Website der Diakonie verbracht und bin dabei auch auf meinem jetzigen Chef Gerrit Meyer gestoßen. Es hat mich beeindruckt, dass die Diakonie sich intensiv mit Digitalisierung auseinandersetzt. Außerdem hat mich überzeugt, dass bei der Diakonie Menschen aus der ganzen Welt arbeiten. Ich habe mich hier von Anfang an gut integriert gefühlt. Für ein sozial engagiertes Unternehmen zu arbeiten, ist für mich wichtig. Es hat also perfekt für mich gepasst.

    Und wie ist das Praktikum im Controlling?
    Meine Aufgaben sind sehr vielseitig. Ich habe einen guten Einblick in das Controlling bekommen und wie das Unternehmen im Ganzen funktioniert. Mein Wunsch war es, mit verschiedenen Programmen, wie E+S, CP und Lexware zu arbeiten und meine Excel-Kenntnisse zu vertiefen. Ab dem ersten Tag war ich Teil des Teams und durfte mitarbeiten. Ich habe Aufgaben bekommen, bei denen ich mit den gewünschten Programmen arbeiten konnte.

    © Diakonie Wolfsburg/Martina Ziegler

    Sie hatten also spannende Aufgaben - super. Wie läuft es mit der Zusammenarbeit im Team?
    Das Team ist sehr nett und hat mich direkt als vollständiges Mitglied integriert. Die Blitzrunde jeden Morgen ist super, so lernt man alle schnell kennen und man weiß, was für den Tag ansteht oder wer an welchem Projekt arbeitet. Es ist toll, dass das Team einem vertraut und etwas zutraut und man mit allen zusammenarbeitet.

    Haben Sie einen Tipp für zukünftige Praktikanten und Praktikantinnen?
    Die erste Woche ist eine Herausforderung. Bei der Diakonie wird man von Anfang an in die Projekte mit eingebunden und erhält ab dem ersten Tag an Aufgaben, die man eigenständig bearbeitet. Hierdurch lernt man sehr viel. Das Team unterstützt einem dabei. Sport ist ein super Ausgleich – wenn man den ganzen Tag am Rechner sitzt. Und Sport hilft auch gegen Heimweh.

    Ihr Praktikum ist bald vorbei. Wie geht es bei Ihnen weiter?
    Nach dem Praktikum werde ich nach Hause reisen und Zeit mit meiner Familie und Freunden in Tunesien verbringen. Ich überlege, ob ich weiter studiere oder doch mehr Praxiserfahrung sammeln und direkt arbeiten werde.

    © Diakonie Wolfsburg/Martina Ziegler