Im Gedenken an Drogentote

21. Juli 2022
    © Diakonie Wolfsburg

    Zum Gedenken an die 34.000 Toten, die in den vergangenen 25 Jahren an den Folgen einer Abhängigkeitserkrankung gestorben sind, warb die Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn in der Innenstadt fürs Hinschauen. Weil sich der Gedenktag  zum 25. Mal jährte, gab es in der Gifhorner Innenstadt mehr als Gesprächsangebote und Infos zum Mitnehmen: Zusammen mit Sabine Campe von der AWO Kontaktstelle für Selbsthilfe und Wilhelm Märtz, dem Leiter der Selbstgruppe Freundeskreis Wittingen, appellierte das Team der Beratungsstelle für mehr Menschenwürde und Akzeptanz der Suchterkrankung.

    Alleine im Jahr 2021 waren es mehr als 1.800 Menschen, die durch Drogenmissbrauch starben. Als sichtbares Zeichen der Solidarität wurde eine Menschenkette gebildet. Die Aidshilfe hatte deutschlandweit zu Aktionen wie dieser aufgerufen. Gifhorn war dabei. Pandemiekonform wurden Diakonie-Kugelschreiber als Bindeglieder verwendet.

    Der Blick sollte bei den Aktionen in Gifhorn in diesem Jahr besonders auf eine erfreuliche Entwicklung gelenkt werden: Die Zahl der Anfragen bei der Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn sind gestiegen. Das Team vor Ort wertet dies als Zeichen für schwindende Hürden bei der Annahme von Hilfsangeboten. „Wir wünschen uns, dass die Stigmatisierung Suchterkrankter abnimmt“, erklärt Julia Pannier, Leitung der Beratungsstelle. „Deshalb klären wir auf und werben für mehr Aufmerksamkeit.“

    Und das so aus: 150 Rosen wurden in der Innenstadt verteilt, gespendet von der Blumenstube Brandes in Hillerse. Für Interessierten gab es Infomaterial und Postkarten der Beratungsstelle, die zur Diakonie Wolfsburg gehört, außerdem Give-Aways der JES, einem bundesweiten Netzwerk im Bereich der Drogenselbsthilfe. Die Abkürzung JES steht für Junkies, Ehemalige und Substituierte.

    Die Reaktionen der Passanten auf die Aktionen waren durchweg positiv. Viele kamen mit den Mitarebitenden der Beratungsstellen ins Gespräch über eigene Erfahrungen, den politischen und öffentlichen Umgang mit der Suchthilfe, Angeboten der Beratungsstelle und Selbsthilfegruppen.

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